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Reichweiteneinbrüche für Onlinewerbung? Was Werbetreibende tun können

Zwei Trends verändern die Bedingungen für Werbetreibende: Während online die E-Mail-Postfächer der Nutzer überquellen und ziellos veröffentlichte Werbeanzeigen aufgrund der riesigen Informationsflut kaum noch wahrgenommen werden oder nur eine kleine Reichweite erzielen, bleiben die Briefkästen leer. Welche Gründe gibt es und wie können Werbetreibende damit umgehen?

Onlinewerbung bzw. -marketing wie etwa Werbeanzeigen auf Facebook scheint an einem Wendepunkt zu sein. Während die erzielte Reichweite bisher stetig angestiegen ist, gibt es mittlerweile einen regelrechten Reichweiteneinbruch.

Welche Gründe hat dieser Umbruch?

Die zwei Hauptgründe sind:

  1. Die zu hohe Konkurrenz – Fast jedes Unternehmen investiert in Onlinewerbung (und ist auch dazu gezwungen) und zu viele Werbetreibende tummeln sich auf den bzw. konkurrieren um die gleichen Werbeflächen online.
  2. Eine geringere Reichweite liegt oftmals auch daran, dass viele Nutzerinnen und Nutzer AdBlocker aktivieren.

Speziell auf Facebook ist ein besonders drastischer Rückgang der erreichten Reichweite und der Engagement-Rate (das meint die Anzahl der Kommentare, Likes und Shares) zu erkennen (für einen ausführlicheren Artikel1). Besonders die Posts mit Bildern haben an Engagement verloren – Video-Postings mussten nur wenig einbüßen. Neben den ersten zwei Gründen gibt es vor allem einen weiteren Grund für die gesunkene Aktivität:

  1. Facebook aktualisiert stetig seinen Algorithmus und dämmt die Reichweite von Seitenbetreibern ein, damit nicht zu viele Informationen auf den Nutzer täglich einströmen1.

Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten für Werbetreibende

Wie können Werbetreibende nun mit diesen Trends konkret umgehen?

  • Wer Video Content produziert und teilt, kann immer noch hohe Reichweiten und somit auch mehr Engagement erzielen – Video Content ist vergleichsweise nur sehr gering gesunken im vergangenen Jahr (10%)1.
  • Im Kontrast zu E-Mail-Postfächern und Websites sind physische Briefkästen so leer wie nie. Das könnte eine Chance sein, bewusst gegen den Strom zu schwimmen und postalisches Marketing zu betreiben2. Die Strategie des Berliner Startup Optilyz bietet eben diese Nische an, indem sie Marketingkampagnen mit postalischen Gutscheinversendungen für ihre Kunden managen. Laut eigener Angabe reagieren 4% der angeschriebenen Kunden, indem sie bspw. im Anschluss online kaufen – das ist eine deutlich höhere Rate als (mittlerweile) online. Mit Hilfe von Gutscheincodes ist diese Umwandlung auch tatsächlich nachprüfbar2.

Wir geben jedoch vor allem eine wichtige Handlungsempfehlung:

  • Onlinewerbung ist nach wie vor eine wichtige Möglichkeit im MediaMix. Verschiedene Marken und Kommunikationsziele benötigen aber unterschiedliche Strategien! Daher gilt immer: auf die richtige Mediaplanung kommt es an, damit das Geld nicht im Sande versiegt und Werbung auch wahrgenommen und werden und somit wirken kann!

Für Informationen über unsere professionelle, unabhängige und medienübergreifende Mediaplanung kontaktieren Sie uns gern!

Quellen:

1 http://www.xing-news.com/reader/news/articles/912716?cce=em5e0cbb4d.%3AhThyB_SiG_mwaFOa4gNTAH&link_position=digest&newsletter_id=25908&toolbar=true&xng_share_origin=email

2 http://www.xing-news.com/reader/news/articles/912717?cce=em5e0cbb4d.%3AhThyB_SiG_mwaFOa4gNTAJ&link_position=digest&newsletter_id=25908&toolbar=true&xng_share_origin=email

Das Phänomen Second Screen: Werbewirkung

Die steigende Nutzung eines mobilen Endgeräts parallel zur Fernsehnutzung bringt für Werbetreibende auf den ersten Blick Nachteile in der Werbewirkung. In diesem Beitrag werden beide Seiten der Werbewirkungs-Medaille der Second Screen Nutzung betrachtet.

Laut der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie 2016  ist die Parallelnutzung von TV und Internet (mindestens selten) auf 53% der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren weiter angestiegen (in der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen sogar 81%). Da beim Phänomen Second Screen zwei Medien zum Einsatz kommen, bezieht sich auch die Werbewirkung auf diese zwei Aspekte: den First Screen (TV) und den Second Screen – das parallel genutzte internetfähige Endgerät (in jüngeren Zielgruppen vor allem das Smartphone, in älteren vor allem ein Laptop).

First Screen

Obwohl sich die Zahlen der Parallelnutzung wahrscheinlich hauptsächlich auf das Programm und weniger auf die Werbung beziehen, kann man vermuten, dass viele Werbetreibende besorgt um die Wirkung ihrer TV-Werbung sind. Man kann zu Recht annehmen, dass Werbung weniger wirkt, wenn die Nutzer gleichzeitig noch ein weiteres Endgerät verwenden.

Second Screen

Diese Sorge ist natürlich nicht unbegründet. Schaut man jedoch auf die Nutzung des zweiten (meist mobilen) Endgeräts, bringt eine Parallelnutzung zum Fernsehen Vorteile für die Wirkung mobiler Werbung und Marketingmaßnahmen, wenn man von einer themenbezogenen Second Screen Nutzung ausgeht (30% laut ARD/ZDF-Onlinestudie; für die Unterscheidung der Nutzungsgewohnheiten siehe früheren Beitragfrüheren Beitragfrüheren Beitragfrüheren Beitrag). Denn anders als die sonstige Nutzung mobiler Endgeräte (40% laut ARD/ZDF-Onlinestudie), die vor allem unterwegs und auch oft in Situationen stattfindet, in denen die Nutzer tendenziell unter Zeitdruck sind, sind sie bei der Para llelnutzung vor dem Fernseher auf der heimischen Couch eher entspannt.

Auch Nebenbeimedien – wie der Klassiker Radio – können sehr hohe Werbewirkungen erzielen. Das kann auch beim TV klappen, zumal hier noch die optische Komponente zur akustischen hinzukommt.

Hier wird die Meinung vertreten, dass Werbetreibende die Nutzungsgewohnheiten der Rezipienten nicht grundsätzlich ändern können, sondern ihre Werbestrategie nach diesen ausrichten sollten (siehe Strategieansätze im letzten Beitrag). Somit könnten Werbestrategien auf mobile Endgeräte und Online verlagert werden bzw. crossmediale Strategien gewählt werden, bei denen die Wirkung im Second Screen durch Synergieeffekte die TV-Werbung sogar noch unterstützt werden könnte.

Das Phänomen Second Screen: Werberperspektive

Die steigende Nutzung eines mobilen Endgeräts parallel zur Fernsehnutzung bringt für Werbetreibende auf den ersten Blick Nachteile in der Werbewirkung. In diesem Beitrag wird die Werberperspektive zum Phänomen Second Screen beleuchtet und der Fokus auf die Vorteile gelegt.

Second Screen beschreibt die Parallelnutzung eines weiteren Bildschirmmediums zu einem Hauptmedium (Busemann & Tippelt, 2014). Immer mehr Mediennutzer scheinen nicht mehr nur einem Medium ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken, sondern wollen gleichzeitig noch ein zweites Gerät nutzen (56% der 14-29-Jährigen mindestens wöchentliche Parallelnutzung von Fernsehen und Internet [ARD/ZDF-Onlinestudie]). Was bedeutet das für Werbetreibende?

Bei der Betrachtung der Perspektive der Werbetreibenden können zwei Ansichten unterschieden werden: die erste bezieht sich auf den First Screen – also das Hauptmedium – und die zweite auf den Second Screen – also das parallel genutzte Bildschirmmedium.

  1. Die erste Reaktion und Überlegung von Werbetreibenden auf die steigenden Zahlen der Parallel- und Second Screen Nutzung könnte schiere Panik sein: Wenn sich die Zuschauer und Zuschauerinnen schon nicht voll auf das Fernsehprogramm konzentrieren, wie gut werden die Werbeblocks dann wahrgenommen und WIE KANN DANN ÜBERHAUPT MEINE WERBUNG WIRKEN??
  2. Natürlich ist diese Sorge nicht unbegründet. Allerdings wissen wir auch, dass Medien, die viel oder hauptsächlich neben anderen Tätigkeiten genutzt werden – der Klassiker hier ist das Radio – hohe Werbewirkung erzielen!Die Nutzungsgewohnheiten der Rezipienten werden Werbetreibende nicht grundsätzlich verändern können, aber sie können ihre Werbestrategie danach ausrichten. Neben besonders kreativen Crossmedia Strategien und Kombinationen aus TV-Werbung und Online / Social Media, sind die zwei grundlegendsten Ansätze: a) gut auffindbare und aufbereitete Informationen Online anzubieten und b) einen Raum bzw. Hashtag anzubieten, unter dem Nutzerdiskussion stattfinden kann. So können Werbetreibende den Nutzerbedürfnissen nach a) mehr Information und b) der Möglichkeit von eigener Kommunikation und Beteiligung gerecht werden.

Diese Maßnahmen im Second Screen steigern schließlich auch die Wirkung der eigentlichen TV-Werbung. So kann die steigende Second Screen Nutzung weniger als „Fluch“ für Werbetreibende gesehen werden, sondern eröffnet tolle crossmediale Möglichkeiten.

Quelle:

Busemann, K. & Tippelt, F. (2014). Second Screen: Parallelnutzung von Fernsehen und Internet: Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2014. Media Perspektiven, 7, 408-416.

Radiowerbung im Internetzeitalter: Die Wirkung von Werbung in Webradios und Musik-Streamingdiensten

Webradios und Musik-Streaminganbieter gewinnen zunehmend an Bedeutung für Internetnutzer und Werbungtreibende. Werbewirkungsstudien sind jedoch noch in den Kinderschuhen. Daher können nur theoretische Vermutungen zur potenziellen Werbewirkung angestellt und somit positive gegen negative Erwartungen abgewogen werden.

Wie im letzten Beitrag beleuchtet, steigt die Nutzung von Webradioangeboten und Musik-Streamingdiensten stetig und die Media-Analyse IP Audio der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. verdeutlicht die Bedeutung der Nutzung für Werbungtreibende. Auditive Webangebote sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Die Vorteile der Nutzung liegen auf der Hand: höhere Flexibilität und Individualisierbarkeit als bei Offline-Angeboten. Die unzähligen Sender und Kanäle zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie verschiedenste Interessen (v.a. bezogen auf Musikrichtungen) bedienen. Viele Angebote zeichnen sich durch Orts- und Zeitunabhängigkeit und die Möglichkeit individuelle Playlisten zusammenzustellen aus. Das bietet Werbungtreibenden die Gelegenheit, Zielgruppen noch zielgerichteter anzusprechen, wozu tendenziell nicht nur die sehr fragmentiert ausdifferenzierten Formate mit sehr spezifischen Zielgruppen nach Musikgeschmack, Alter und Interessen beitragen, sondern auch mögliche Nutzerinformationen, die Internetnutzerinnen und -nutzer online über sich preisgeben (etwa Produktinteressen und jede Menge soziodemografischer Daten).

In Bezug auf die Wirkung von Werbung in Webradios und Musik-Streamingdiensten können zwei Positionen (positive und negative potenzielle Wirkung) gegeneinander abgewogen werden.

Positiv: Sehr auf die einzelnen User ausgerichteten Werbespots für Produkte, Dienstleistungen bzw. sonstige Informationen führen zu weniger potenziellen Streuverlusten der Kampagnen und bieten die Chance, vom generell schon hohen Interesse der Rezipierenden zu profitieren und eine hohe Werbewirkung zu erwarten. Schließlich ist es denkbar, dass relevante Werbung weniger als störend und viel eher als nützliche Information wahrgenommen wird. Der Hinweis auf und direkte Verlinkungen zu Websites mit weiterführenden Informationen oder gar dem Onlineshop sorgen zudem für besonders einfach und schnell mögliche und außerdem direkt messbare Aktivitäten und Reaktionen.

Negativ: Auf der anderen Seite steigt durch Werbung, die den User genau zu kennen scheint, die Gefahr, dass sich die potenziellen Kunden ausspioniert und von Produkten, die ihn eigentlich interessieren, förmlich verfolgt fühlen. In diesem Fall sei anzunehmen, dass sich dieses Gefühl negativ auf die Werbewirkung auswirkt.

Die Wirkung von Werbespots in auditiven Online-Angeboten ist derzeit jedoch nur zu vermuten und noch nicht hinreichend in Werbewirkungsstudien erforscht. Erste Erkenntnisse aus der Werbewirkungsforschung sind demnach abzuwarten. Obwohl auch Grenzen in der potenziellen Wirkung erwartet werden können, sind die Chancen, die sich aus diesen Online-Werbeformen ergeben, nicht von der Hand zu weisen.

Besonders im MediaMix eröffnen sich Werbungtreibenden dadurch die Möglichkeiten, ihre spezifischen Zielgruppen noch gezielter zu erreichen und eine engere Bindung und wechselseitige Reaktionsmöglichkeiten aufzubauen.

Plakat goes online: Fünf Gründe für Ihre Werbung auf Websites

Heute gibt eine unzählige Vielzahl an Websites mit den unterschiedlichsten Nutzerkreisen. Reichweitenstarke Websites sind wirkungsvolle Werbeplattformen, um Produkte und Dienstleistungen zielgruppengenau und kostengünstig zu bewerben. Vor allem gegenüber traditioneller Plakatwerbung haben Online-Formate nun schlagende Vorteile.

Mit ca. 673 Millionen Websites weltweit (statista, 2013) und 54,2 Millionen Onlinenutzer in Deutschland (ARD/ZDF-Onlinestudie, 2013) gibt es fast nichts, was man im Internet nicht finden kann und fast jeder nutzt Websites. Nun hat sich auch die systematische Mediaplanung für Onlinewerbung etabliert und die Planung basiert auf echten Leistungsdaten. Werbung auf reichweitenstarken Websites und Internetangeboten haben daher ein großes Werbewirkungspotential. Nachdem lange Zeit Banner & Co. von Experten mit Skepsis in Bezug auf die Zielgruppenplanung gesehen wurden, wird Online-Werbung mittlerweile schon als neue Plakatwerbung gehandelt. Leistungswerte der einzelnen Websites können sicher ausgewertet werden und Werbungtreibende planen mit Rangreihen für Websites mit besten Affinitäten der Zielgruppen. Die Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) veröffentlicht außerdem regelmäßige Vermarkter- und Werbeträgerrankings zur Orientierung.

Quelle: AGOF e. V. (2014). internet facts 2014-06 Retrieved 8. September, 2014

Das sollten Sie wissen:

5 Vorteile von Online-Werbung

  • Mit einem Klick kann der Nutzer aktiv werden und zur Website des beworbenen Produkts gelangen. Direkt mögliche Interaktivität ist ein entscheidender Vorteil von Online-Werbeformen.
  • Eine Vielzahl an unterschiedlichen Werbeformaten ist auf Websites möglich. Vom Banner zum Bewegtbild, Online wirkt und der TKP ist dazu noch kostengünstig. An die Großformate von Plakaten und City Light Postern kommen Online-Formate auf privaten PCs allerdings nicht heran.
  • Die Nutzerdaten für Websites sind deutlich zuverlässiger und genauer. Für jede Anzeige kann genau geplant werden und während sowie nach einer Kampagne errechnet werden, wer und wie viele Personen der Zielgruppe die Werbung gesehen und angeklickt haben. Diese Genauigkeit kann von Plakatwerbung nicht ermöglicht werden. Für Informationen mit einem starken regionalen und lokalen Bezug ist Plakatwerbung dennoch ein wichtiges Werbemedium, da Plakatflächen immer an genauen örtlichen Standpunkten gebucht werden.
  • Anders als bei Plakat- und Printwerbung, bei denen recht lange Vorlaufzeiten üblich sind, kann Online-Werbung auch spontaner gebucht und Änderungen realisiert werden.
  • Zu guter Letzt hat Online-Werbung einen entscheidenden Vorteil, der die Werbewirkung positiv beeinflusst. Werbung auf Websites wird anders als Plakate nicht im Vorbeigehen oder -fahren vom Rezipienten betrachtet und eher nicht in stressigen Situationen, sondern im privaten Umfeld zu Hause. Somit werden die besten Voraussetzungen für eine längere Betrachtungsdauer und eine hohe Werbewirkung erfüllt.

Der Vergleich von traditioneller Plakatwerbung und Online-Formaten zeigt somit deutlich, dass Online-Werbung im Sinne von Anzeigen und Banners etc. im MediaMix immer in Erwägung gezogen werden sollte. Durch gezielte Planung, die genau wie bei den klassischen Medien möglich ist, kann Onlinewerbung kostengünstig und auf den Fokus für mehr Kontakte in der eigenen Zielgruppe genutzt werden. Welche Möglichkeiten für Sie konkret sinnvoll sind, kann ein erfahrener Mediaplaner sehr schnell ermitteln. Fragen Sie nach!

Nutzerdaten aus Social Networks für Werbung sinnvoll nutzen, nicht ausnutzen!

Datenschutz ist ein großes Thema im scheinbar rechtsfreien Raum Facebook und Co. Doch zwischen der Sammlung von freiwilligen Nutzerangaben sowie sinnvollen Nutzung für Werbezwecke und dem Verkaufen der Daten an Dritte ist ein himmelweiter Unterschied. Sie können Nutzerdaten sozialer Netzwerke für Ihre zielgruppengenaue Werbung in den Networks und Ihren beruflichen Erfolg nutzen und bieten dem Rezipienten sogar noch einen Mehrwert damit.

Besonders Facebook macht als größtes soziales Netzwerk weltweit und etwa 27 Millionen Mitgliedern in Deutschland immer wieder als „Datenkrake“ Schlagzeilen wegen Vorwürfen über das Weiterverkaufen von Nutzerdaten an Dritte. Das verletzt zweifelsohne die Rechte der Nutzer. Die Sammlung der Nutzerdaten, die ein Nutzer freiwillig angibt und die im sozialen Netzwerk verbleiben, ist aber weniger ablehnend zu sehen. Eine kritische Sicht auf neue Medien und ein gewisses Maß an Medienkompetenz ist aber von jedem Mitglied in Social Networks gefragt und Voraussetzung!

Der Punkt ist doch, dass die vielen detailgenauen Daten über z.B. den Wohn- oder Aufenthaltsort der Nutzer, über Alter, Geschlecht und sogar die Interessen, in sozialen Netzwerken präziser sind als Mediadaten aller anderer Werbeträgermedien. Und hier liegt für Unternehmen und Dienstleister schließlich die Stärke dieser Medienangebote. Sie können zur Planung von sehr zielgenaue Werbeanzeigen und Kampagnen genutzt werden. Im Planungstool, welches meist direkt in das Netzwerk integriert ist, kann die Zielgruppeeiner Kampagne, die mit der Anzeige angesprochen werden soll, aufs Genaueste eingegrenzt werden.

Die Daten der Nutzer verbleiben also hierbei im sozialen Netzwerk. Welche Personen ganz genau erreicht werden weiß man als Werbetreibender nicht, wohl aber, dass die Kontakte zur selbst eingegrenzten Zielgruppe gehören. Nicht nur für die Werbende, die mit dieser Planung nahezu keine Streuverluste an Kontakten hinnehmen müssen, die Kampagne jederzeit anpassen und stoppen können und bereits während der Laufzeit die Statistiken einsehen können, bieten die Werbeanzeigen in sozialen Netzwerken einen Vorteil.

Persönliche Bedürfnisse der Nutzer

Die Nutzer profitieren ganz klar von der gezielten Werbung, da sie ist auf ihre persönlichen Bedürfnisse und Interessen abgestimmt ist. Sie erhalten keine Anzeigen, zu deren Zielgruppe sie nicht gehören und die sie demnach eher nicht interessieren. In den meisten Medien ist eben diese Ansprache der Zielgruppe ins Genaueste nicht (noch) möglich. Es besteht also eine Win-win-Situation zwischen Werbetreibenden und Konsumenten (oder gar eine Win-win-win-Situation, wenn man das soziale Netzwerk selbst noch mitzählt).

Übrigens brauchen Sie sich nicht darum zu sorgen, ob unter ihren Kontakten Personen sind, die Werbung massiv stört. Die haben einen Ad-Blocker aktiviert 😉

Keine Angst vor Kommentaren! Mehrwert aus dem Konsumenten-Dialog im Social Web

Im Social Web tauschen sich unzählige Nutzer über alle möglichen Themen aus. Nicht zuletzt wird auch über Produkte, Marken, Unternehmen und Dienstleister diskutiert. Immer wieder hört Marketing-Spezialist Sebastian Reif die Ängste der Unternehmen, die sich lieber aus sozialen Netzwerken heraushalten möchten. Diese Ängste sind zwar nicht unbegründet aber oft übertrieben, denn Sie können die Diskussionen der Nutzer für sich nutzen. Richtig gemacht ist es letztlich ein spannender Werbekanal.

Das Internet ist schon längst kein reines Informationsmedium mehr. Vielmehr ist es ein interaktives Mitmachnetz, in dem sich eine große Vielzahl an Menschen austauscht. Für jedes nationale und internationale Unternehmen gehört es beinahe zum guten Ton, sich in Social Networks und Co. zu präsentieren und aktiv zu sein*. Und trotzdem ist die Angst vor Social Media Kanälen in vielen Köpfen der Entscheider von kleinen und mittleren Unternehmen noch so tief verankert. Schließlich hört man doch immer wieder von großen „Shitstorms“ im Internet, die das Image von Unternehmen und Marken tiefgreifend schädigen. Ausgelöst wird diese Welle der Entrüstung von negativen Kommentaren von Nutzern und den Kommunikationsfehlern der Unternehmen selbst. Wie reagiere ich sinnvoll?

  1. Schnelle Reaktion

Kein Unternehmen reißt sich um diese Art von Aufmerksamkeit, so viel ist klar. Allerdings kann auch dann negative Kritik über Sie, Ihre Dienstleistung oder Ihr Unternehmen in Onlineportalen ihre Kreise ziehen, wenn Sie NICHT selbst darin vertreten und anwesend sind. Erst dann wird das Ausmaß der Folgen nämlich unüberschaubar, denn eines ist sowohl bei negativer als auch bei positiver Resonanz im Netz besonders wichtig: eine möglichst schnelle Reaktion. Damit können erhitzte Gemüter leichter wieder heruntergekocht werden.

  1. Diskussionen für sich nutzen

Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass Internetuser sich nur negativ über Unternehmen und Dienstleistungen äußern. Natürlich ist es bei den beiden Extremen (besonders positive und besonders negative Meinungen) wahrscheinlicher, dass man den Schritt an die Öffentlichkeit wagt. Beide Seiten kann man aber als Grundlage für sich nutzen und danach eigene Reaktionen und Aktionen planen. Besonders die kommunikativen Fans müssen dabei motiviert und für Ihre Treue belohnt werden. Deren Kommunikation ist schließlich Ihre Werbung. Hier gelten die gleichen Mechanismen wie in der Kommunikation von Mensch zu Mensch.

  1. Diskussion lenken

Bei allen aufkommenden Diskussionen ist es also wichtig, dass Sie vor Ort sind und eine moderierende Funktion übernehmen. Sowohl auf Fragen, als auch auf negative Kommentare sollten Sie stets sachlich und kompetent antworten. Das Löschen von negativen Kommentaren ist generell nicht empfehlenswert. Wenn überhaupt ist das nur bei nachweislich falschen, rufschädigenden Tatsachenbehauptungen zu erwägen. Zensur wirkt im Internet, dem Raum der Meinungsfreiheit, kontraproduktiv.

  1. Kundenbindung und-gewinnung

Wenn Sie diese Grundregeln befolgen und Ihren Kunden und Interessenten mit einem offenen Ohr entgegentreten, werden Sie bestehende Kunden enger binden und neue Kunden gewinnen können.

Haben Sie also keine Angst, sondern präsentieren Sie sich auch im Social Web selbstbewusst und als Spezialist Ihres Fachs.

 

*Hier vorausgesetzt wird, dass Unternehmen, welche eigene Kanäle betreiben, die personellen Ressourcen dafür besitzen. Ist dies nicht der Fall, raten wir davon ab.