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Vor- und Nachteile der Werbewirkung der Unternehmenskommunikation über Messengerdienste

Messengerdienste wie Whatsapp und der Facebook Messenger sind für private Nutzer ein wichtiges Tool für die medienvermittelte interpersonale Kommunikation. Auch Unternehmen erkennen zunehmend die Vorteile der Nutzung in der externen Unternehmenskommunikation. Diese sollen den möglichen Nachteilen für die Werbewirkung in diesem Artikel gegenübergestellt werden.

Messengerdienste erfreuen sich weltweit hoher Beliebtheit. Längst werden Whatsapp, Facebook Messenger und Co. nicht mehr nur im privaten Kontext genutzt, sondern kommen auch vielfältig in Unternehmen zur direkten externen Unternehmenskommunikation zum Einsatz, wie im letzten Artikel erläutert. Dabei können vor allem vier Anwendungsbereiche unterschieden werden: der Einsatz zum Kundendienst und Produktverkauf, als Newsticker, zur Kundenbindung durch Kundeninformationen und zur Mitarbeiterakquise.

Neben diversen Möglichkeiten der Ansprache liegen weitere Vorteile vor allem in Bezug auf die Werbewirkung auf der Hand, welche vor dem Einsatz im MediaMix sorgfältig gegen mögliche Nachteile abgewogen werden sollten (siehe Tabelle).

Vorteile Nachteile
+ An Gewohnheiten der Nutzer orientiert – Facebook oder Whatsapp als vertraute Umgebung, kein Plattformwechsel1,2

+ direkter Dialog so sonst kaum möglich

+ zeitverzögerter Dialog möglich, kann nebenbei passieren

+ geringe Streuverluste1 durch direkte und schnelle Absprache

+ Weniger negative Reaktionen (vor allem, wenn die Kontaktaufnahme vom Nutzer ausgeht zur Problemlösung)1

+ Versenden von Texten, Bildern und Videos möglich (multi-sensorisch)

+ Potenziell wird die Kontaktaufnahme weniger störend empfunden als bei Anrufen

+ Weiterer Ausbau der Möglichkeiten der Plattformen2

– Ständig geforderte Verfügbarkeit2

– werbliche Nutzung beschränkt (Whatsapp)1,2

– Fingerspitzengefühl und Respekt der Privatsphäre gefordert! (Ausdrückliche Einwilligung der Nutzer, transparente Aufklärung, wofür Handynummer genutzt werden soll, nur relevante Informationen)2 (Whatsapp)

– Mögliche Sicherheitslücken (Whatsapp)2

 

Tabelle. Vor- und Nachteile der Unternehmenskommunikation über Messengerdienste für die Werbewirkung

Schaut man sich die obenstehende Tabelle an, sieht man bereits, dass die Anzahl der Vorteile der Unternehmenskommunikation über Messengerdienste scheinbar überwiegen. Über eine Gewichtung wird hier jedoch keine Aussage getroffen.

Vorteile: Besonders vorteilhaft für die Nutzer ist, dass sie ihre gewohnten Medienumfelder nicht verlassen müssen, sondern genau dort abgeholt werden. Das Vertrauen in den genutzten Messenger bzw. in die Plattform wirkt positiv auf das Vertrauen in das Unternehmen. Außerdem kann ein direkter Dialog kaum leichter hergestellt werden, als über Messengerdienste, wodurch extrem geringe Streuverluste entstehen. Zumindest wenn sich die Kommunikationsstrategie des Unternehmens danach ausrichtet, Ansprechpartner und Problemlöser zu sein, sind kaum negative Nutzerreaktionen zu erwarten (Achtung: ständige Verfügbarkeit und schnelle Reaktionszeit erforderlich!).

Nachteile: Bei Newstickern und der Verbreitung von Kundeninformationen über Messengerdienste sollte man die Vor- und Nachteile genauer abwägen. Da die interpersonale Kommunikation über Whatsapp und Co. etwas sehr Persönliches ist, ist hier besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. Die Unternehmenskommunikation sollte nicht aufdringlich wirken, um eine negative Werbewirkung zu vermeiden.

Bei Whatsapp sind die Möglichkeiten der werblichen Kommunikation und Unternehmenskommunikation bislang beschränkt und durch Sicherheitslücken gekennzeichnet. Dennoch ist davon auszugehen, dass sowohl Whatsapp als auch Facebook ihre Nutzungsmöglichkeiten weiter ausbauen werden.

Wie jeder Werbeträger und jede Werbeform, hat auch die Unternehmenskommunikation über Messengerdienste Vor- und Nachteile. In jedem Fall bestechen Whatsapp, Facebook Messenger und Co. dadurch, dass sie einen direkten Kundenkontakt ermöglichen, ohne dass Nutzer das Kommunikationsmedium wechseln müssten.

Quellen:

  1. https://www.marketinginwestfalen.de/blog/messenger-dienste-f%C3%BCr-die-kommunikation-mit-dem-kunden
  2. http://www.moderne-unternehmenskommunikation.de/digital-communications/digital-marketing/so-nutzen-sie-whatsapp-co-fuer-ihre-unternehmenskommunikation/
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Die Funktionen und Nutzung von Messengerdiensten

Messengerdienste bieten privaten Nutzern und auch Unternehmen besonders attraktive neue Möglichkeiten der medienvermittelten interpersonalen Kommunikation. In diesem Beitrag wird die Perspektive der Nutzer von Messengerdiensten wie Whatsapp und dem Facebook Messenger unter die Lupe genommen.

Messengerdienste erfreuen sich weltweit und auch in Deutschland in vielen Altersgruppen – aber vor allem den jungen – hoher Beliebtheit (siehe Grafik Quelle1). Whatsapp (Stand Februar 20162) und der Facebook Messenger (Stand Juli 20163) und mit weltweit je eine Milliarden Nutzer die Spitzenreiter.

Apps dieser Art werden – als eine Möglichkeit für die medienvermittelte interpersonale Kommunikation – über Smartphones oder PCs vor allem zum Beziehungsmanagement genutzt. Auch über Entfernungen hinweg helfen sie, mit Personen in Kontakt zu treten oder zu bleiben (siehe letzter Blogbeitrag).

Dabei bieten Whatsapp und Facebook verschiedene Nutzungsmöglichkeiten, abhängig von Unterscheidungsmerkmalen wie dem genutzten Endgerät, dem Kontext der Nutzung, der Anzahl der Kommunikationsakteure und den genutzten Funktionen (visualisiert in Tabelle 1).

Tabelle 1. Nutzungsmöglichkeiten von Messengerdiensten

Tabelle 1_Nutzungsmöglichkeiten von Messengerdiensten

Eigene Darstellung basierend auf4

Nicht nur private Nutzer schätzen die Nutzungsmöglichkeiten von Messengerdiensten, sondern auch vermehrt Unternehmen. Bei Facebook ist dies in vielerlei Hinsicht möglich. Bei Whatsapp hingegen ist derzeit die werbliche Nutzung der App (noch) untersagt. Welche Möglichkeiten es für Unternehmen gibt, in direkte Kommunikation mit den Kunden über Messenger zu treten, werden wir im nächsten Beitrag beleuchten.

Quellen:

  1. http://de.statista.com/infografik/3975/messenger-nutzung-in-deutschland/
  2. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/285230/umfrage/aktive-nutzer-von-whatsapp-weltweit/
  3. http://allfacebook.de/mobile-2/facebook-messenger-nutzerzahlen
  4. http://www.moderne-unternehmenskommunikation.de/digital-communications/digital-marketing/so-nutzen-sie-whatsapp-co-fuer-ihre-unternehmenskommunikation

Das Phänomen Second Screen: Werbewirkung

Die steigende Nutzung eines mobilen Endgeräts parallel zur Fernsehnutzung bringt für Werbetreibende auf den ersten Blick Nachteile in der Werbewirkung. In diesem Beitrag werden beide Seiten der Werbewirkungs-Medaille der Second Screen Nutzung betrachtet.

Laut der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie 2016  ist die Parallelnutzung von TV und Internet (mindestens selten) auf 53% der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren weiter angestiegen (in der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen sogar 81%). Da beim Phänomen Second Screen zwei Medien zum Einsatz kommen, bezieht sich auch die Werbewirkung auf diese zwei Aspekte: den First Screen (TV) und den Second Screen – das parallel genutzte internetfähige Endgerät (in jüngeren Zielgruppen vor allem das Smartphone, in älteren vor allem ein Laptop).

First Screen

Obwohl sich die Zahlen der Parallelnutzung wahrscheinlich hauptsächlich auf das Programm und weniger auf die Werbung beziehen, kann man vermuten, dass viele Werbetreibende besorgt um die Wirkung ihrer TV-Werbung sind. Man kann zu Recht annehmen, dass Werbung weniger wirkt, wenn die Nutzer gleichzeitig noch ein weiteres Endgerät verwenden.

Second Screen

Diese Sorge ist natürlich nicht unbegründet. Schaut man jedoch auf die Nutzung des zweiten (meist mobilen) Endgeräts, bringt eine Parallelnutzung zum Fernsehen Vorteile für die Wirkung mobiler Werbung und Marketingmaßnahmen, wenn man von einer themenbezogenen Second Screen Nutzung ausgeht (30% laut ARD/ZDF-Onlinestudie; für die Unterscheidung der Nutzungsgewohnheiten siehe früheren Beitragfrüheren Beitragfrüheren Beitragfrüheren Beitrag). Denn anders als die sonstige Nutzung mobiler Endgeräte (40% laut ARD/ZDF-Onlinestudie), die vor allem unterwegs und auch oft in Situationen stattfindet, in denen die Nutzer tendenziell unter Zeitdruck sind, sind sie bei der Para llelnutzung vor dem Fernseher auf der heimischen Couch eher entspannt.

Auch Nebenbeimedien – wie der Klassiker Radio – können sehr hohe Werbewirkungen erzielen. Das kann auch beim TV klappen, zumal hier noch die optische Komponente zur akustischen hinzukommt.

Hier wird die Meinung vertreten, dass Werbetreibende die Nutzungsgewohnheiten der Rezipienten nicht grundsätzlich ändern können, sondern ihre Werbestrategie nach diesen ausrichten sollten (siehe Strategieansätze im letzten Beitrag). Somit könnten Werbestrategien auf mobile Endgeräte und Online verlagert werden bzw. crossmediale Strategien gewählt werden, bei denen die Wirkung im Second Screen durch Synergieeffekte die TV-Werbung sogar noch unterstützt werden könnte.

Das Phänomen Second Screen: Werberperspektive

Die steigende Nutzung eines mobilen Endgeräts parallel zur Fernsehnutzung bringt für Werbetreibende auf den ersten Blick Nachteile in der Werbewirkung. In diesem Beitrag wird die Werberperspektive zum Phänomen Second Screen beleuchtet und der Fokus auf die Vorteile gelegt.

Second Screen beschreibt die Parallelnutzung eines weiteren Bildschirmmediums zu einem Hauptmedium (Busemann & Tippelt, 2014). Immer mehr Mediennutzer scheinen nicht mehr nur einem Medium ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken, sondern wollen gleichzeitig noch ein zweites Gerät nutzen (56% der 14-29-Jährigen mindestens wöchentliche Parallelnutzung von Fernsehen und Internet [ARD/ZDF-Onlinestudie]). Was bedeutet das für Werbetreibende?

Bei der Betrachtung der Perspektive der Werbetreibenden können zwei Ansichten unterschieden werden: die erste bezieht sich auf den First Screen – also das Hauptmedium – und die zweite auf den Second Screen – also das parallel genutzte Bildschirmmedium.

  1. Die erste Reaktion und Überlegung von Werbetreibenden auf die steigenden Zahlen der Parallel- und Second Screen Nutzung könnte schiere Panik sein: Wenn sich die Zuschauer und Zuschauerinnen schon nicht voll auf das Fernsehprogramm konzentrieren, wie gut werden die Werbeblocks dann wahrgenommen und WIE KANN DANN ÜBERHAUPT MEINE WERBUNG WIRKEN??
  2. Natürlich ist diese Sorge nicht unbegründet. Allerdings wissen wir auch, dass Medien, die viel oder hauptsächlich neben anderen Tätigkeiten genutzt werden – der Klassiker hier ist das Radio – hohe Werbewirkung erzielen!Die Nutzungsgewohnheiten der Rezipienten werden Werbetreibende nicht grundsätzlich verändern können, aber sie können ihre Werbestrategie danach ausrichten. Neben besonders kreativen Crossmedia Strategien und Kombinationen aus TV-Werbung und Online / Social Media, sind die zwei grundlegendsten Ansätze: a) gut auffindbare und aufbereitete Informationen Online anzubieten und b) einen Raum bzw. Hashtag anzubieten, unter dem Nutzerdiskussion stattfinden kann. So können Werbetreibende den Nutzerbedürfnissen nach a) mehr Information und b) der Möglichkeit von eigener Kommunikation und Beteiligung gerecht werden.

Diese Maßnahmen im Second Screen steigern schließlich auch die Wirkung der eigentlichen TV-Werbung. So kann die steigende Second Screen Nutzung weniger als „Fluch“ für Werbetreibende gesehen werden, sondern eröffnet tolle crossmediale Möglichkeiten.

Quelle:

Busemann, K. & Tippelt, F. (2014). Second Screen: Parallelnutzung von Fernsehen und Internet: Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2014. Media Perspektiven, 7, 408-416.

Das Phänomen Second Screen: Nutzungssituationen

In der Mediennutzungsforschung ist das Phänomen des „Second Screens“ bereits gut bekannt: vielen Mediennutzerinnen und -nutzern verwenden zusätzlich zum „First Screen“, ihrem hauptsächlich genutzten Bildschirmmedium, ein zweites parallel. Vor allem für TV-Sender aber auch Werbungstreibende bietet diese Nutzungsweise vielfältige Möglichkeiten.

Second Screen beschreibt die Parallelnutzung eines weiteren Bildschirmmediums zu einem Hauptmedium (Busemann & Tippelt, 2014). Immer mehr Mediennutzer scheinen nicht mehr nur einem Medium ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken, sondern wollen zur gleichzeitig noch ein zweites Gerät nutzen. Laut der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie nutzen 56% der 14-29-Jährigen mindestens wöchentlich das Fernsehen und Internet parallel. Dabei sind die Begriffe Parallelnutzung und Second Screen Nutzung noch weiter abzugrenzen. Anders als bei der Parallelnutzung beziehen sich die nebenbei genutzten Inhalte im Second Screen auf die Inhalte des First Screens (Köhn & Lindermayer, 2015).

Es gibt zwar verschiedene Situationen, in denen mehrere Bildschirmmedien parallel genutzt werden, aber die wohl typischste Kombination ist die Internet-Nutzung mittels mobilen Endgerät oder Laptop während des abendlichen Fernsehens. Ähnlich wie sich auch die Radionutzung von einem Hauptmedium (ausschließliche und ganz aufmerksame Nutzung) zu dem Nebenbeimedium Nummer 1 entwickelt hat, passiert es scheinbar teilweise auch mit dem Fernsehen.

Mobile internetfähige Endgeräte haben über die letzten Jahre und Jahrzehnte einen festen Platz in als unsere ständigen Tagesbegleiter eingenommen, welche fast nie aus der Hand gelegt werden.

Ausgehend von diesen Annahmen, können unterschiedliche Anwendungsbereiche der Second Screen Nutzung vorgestellt werden. Die Nutzungsanwendungen können nach dem Grad der sozialen Interaktion klassifiziert werden.

  • Anders als bei der themenfremden Parallelnutzung, werden Smartphones oder Tablets häufig dafür genutzt, online nach weiteren Informationen zum TV-Inhalt (z. B. der Sendung, dem Thema, Medienpersonen oder Werbung und Produkten) zum Beispiel über Suchmaschinen zu suchen. Bei diesem Anwendungsbereich findet in der Regel keine soziale Interaktion statt.
  • Eine weitere mögliche Situation ist der internetvermittelte Austausch mit privaten Kontakten über Fernsehinhalte. Besonders häufig werden Messenger-Dienste wie Whatsapp oder auch soziale Netzwerkseiten wie Facebook dafür genutzt. Diese soziale Interaktion wird oft sehr ähnlich empfunden, wie das gemeinsame Fernsehen nebeneinander auf der Couch. Im Gegensatz zum Telefonieren bleibt aber noch genügend Aufmerksamkeit für die TV-Inhalte.
  • Noch einen Schritt weiter im Sinne einer öffentlichen Kommunikation, die über den Austausch mit privaten Kontakten hinausgeht, geht der dritte mögliche Anwendungsfall. Dafür werden nicht nur soziale Netzwerkseiten, Microblogs (z. B. Twitter) oder spezielle Apps der TV-Sender so genutzt, dass jeder Internetnutzer Kommentare zu Fernsehinhalten lesen kann und darauf antworten kann. Beispiele dafür sind Twitterdiskurse wie der über Böhmermanns Schmähgedicht oder aktuell der Sendung Hart aber fair zum Thema „Machen Smartphones dumm und krank“ (Link zum Stern-Artikel).

Diese Phänomene der thematischen Parallelnutzung von zwei Bildschirmmedien eröffnet vor allem TV-Sendern und auch Werbungtreibenden die Möglichkeit der engeren Bindung an TV-Inhalte durch ergänzende Onlineangebote und die damit verbundene direkte Kommunikation.

 

Quellen:

Busemann, K. & Tippelt, F. (2014). Second Screen: Parallelnutzung von Fernsehen und Internet: Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2014. Media Perspektiven, 7, 408-416.

Köhn, K. & Lindermayer, H. (2015). Second Screen: Fernseherlebnis der besseren Art? kommunikation.medien, Sonderausgabe Juni 2015. http://journal.kommunikation-medien.at/wp-content/uploads/2015/06/Team_9_K%C3%B6hn_Lindermayer.pdf

Das Phänomen Second Screen

In der Mediennutzungsforschung ist das Phänomen des „Second Screens“ bereits gut bekannt: viele Mediennutzerinnen und -nutzern verwenden zusätzlich zum „First Screen“ – dem hauptsächlich genutzten Bildschirmmedium – ein zweites parallel. Vor allem für TV-Sender aber auch Werbungstreibende bietet diese Nutzungsweise vielfältige Möglichkeiten.

Second Screen beschreibt die Parallelnutzung eines weiteren Bildschirmmediums zu einem Hauptmedium (Busemann & Tippelt, 2014). Das wohl typischste Beispiel der Medienkombination ist wahrscheinlich die Smartphonenutzung während des abendlichen Fernsehens auf der Couch.

Laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2014 surften bereits vor zwei Jahren 45% der Gesamtbevölkerung und 57% der Onliner ab 14 Jahren mindestens selten parallel zur TV-Nutzung im Internet oder anders herum. Bezogen auf das Fernsehen browsen 34% der Onliner mindestens selten – bei den jüngeren Nutzern sind es 47% (Busemann & Tippelt, 2014). Meist werden dabei Informationen zur Sendung oder zum entsprechenden Thema gesucht, oft entsteht aber auch parallel ein Onlinediskurs in Social Networking Sites wie Facebook oder Twitter.

Dieses Phänomen der Parallelnutzung von zwei Bildschirmmedien eröffnet somit vor allem TV-Sendern die Möglichkeit, durch ergänzende Onlineangebote die Bindung an ihre Programme zu verstärken (Busemann & Tippelt, 2014).

Aber nicht nur TV-Sendungen sondern auch Werbungtreibende können von der Second Screen Nutzung profitieren, indem Zusatzinformationen und Onlineshops angeklickt werden – als direktere und schnelle Reaktion auf TV-Spots.

 

Quelle: Busemann, K. & Tippelt, F. (2014). Second Screen: Parallelnutzung von Fernsehen und Internet: Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2014. Media Perspektiven, 7, 408-416.